Weihnachtsbrief 2018

Liebe Freunde, liebe Kunden,

Ein von Extremen geprägtes Jahr liegt fast hinter uns.

Begonnen hat das Jahr für mich mit der Diagnose einer Depression, die mich fast ein halbes Jahr zur Ruhe und inneren Einkehr zwang.  Davon war ich 3 Monate in der Dahner Felsenland-Klinik in sehr guten Händen.  Ab Mai war ich wieder im Betrieb, es dauerte aber einige Wochen, wieder in die normale Arbeitsroutine zu kommen.  Während meiner Abwesenheit war meine Frau allein verantwortlich für alle Bereiche, die wir uns normalerweise aufteilen. Das bedeutete für sie doppelte Arbeitsbelastung in z.T. unbekannten Aufgabenbereichen. Sie hat ihre Aufgaben mit Bravour erledigt, war aber oft am Rande ihrer Belastbarkeit. Für sie und das ganze Blattlaus-Team ein riesiges Dankeschön von mir für eure Arbeit.

Unsere Äcker waren im Frühjahr z.T. mit Wintergetreide und Kleegras bestellt. In die restlichen Flächen haben unsere Kollegen Schuch aus Ruchheim  im April ebenfalls Kleegrasmischungen zur Bodendeckung und Gründüngung eingesät. Doch was dann kam, konnte niemand ahnen, ein Sommer mit Rekordtemperaturen und fast ohne Niederschlag. Auf den frisch eingesäten Flächen wuchs deshalb vor allem Unkraut, das ich etliche Male mulchte, bevor im Herbst doch noch die eingesäten Samen wuchsen. Jetzt sind die Flächen schön grün, schützen den Boden vor Erosion und nehmen den Regen auf. So haben wir im nächsten Jahr hoffentlich eine schöne Bodenstruktur für Kartoffeln und Gemüse. Ansonsten war ich im 2.Halbjahr wesentlich mehr als üblich im Laden zu sehen oder habe auf dem Wochenmarkt und bei den Abokisten Urlaubs- und Fehlzeiten aller Mitarbeiter auf-gefangen. Unsere Feigen-Plantage  erhielt dieses Jahr erstmals eine üppige Bewässerung und die Feigenbäume dankten es mir mit einer Rekordernte von 800kg Feigen!!

Zu guter Letzt war ich heilfroh, dieses Jahr, das für alle Kollegen eine enorme Herausforderung und Belastung war, keine Gemüsekulturen hegen zu müssen. So konnte ich  im Sommer abends auch mal wie ein normaler Arbeitnehmer zum Schwimmen gehen oder eine Motorradtour machen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Auch eine wichtige Erfahrung.

Die Angebotslücke bei uns haben wir mit Erzeugnissen vom Biolandhof Morgentau in Klein-niedesheim gefüllt. Unser Sohn Paul hat dort sein letztes Lehrjahr als Gemüsegärtner absolviert und uns die Produkte abends frisch mitgebracht. Paul will im nächsten Jahr noch 1-2 Tage pro Woche in Kleinniedesheim mitarbeiten, um dort noch mehr Erfahrung zu sammeln. Die restlichen 4-5Tage werden wir gemeinsam etwas „erschaffen“. Lassen Sie sich überraschen. Es gibt viele neue Ideen. Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit mit meinem Sohn und empfinde es inzwischen als Glücksfall, dass er sich als junger Mensch in der Landwirtschaft engagiert.

Mit Birgit Krauss aus Lambsheim haben wir seit Januar eine weitere junge und sehr engagierte Mitarbeiterin, die unseren Wochenmarkt-stand in Frankenthal verantwortlich managt und die ebenfalls Gemüsebauerfahrung mitbringt. Birgit kommt eigentlich aus einem fremden Berufs-umfeld, hat sich aber super in ihre neue Tätigkeit eingefunden.

Unserem polnischen Feldteam musste meine Frau im Frühjahr produktionsbedingt schweren Herzens kündigen. Unsere polnische Abopackerin und –Fahrerin hat im August ebenfalls gekün-digt. Seitdem packen Angelika Niederberger und Birgit Krauss oder mal ich oder meine Frau die Abokisten. Eine neue Fahrerin & ein neuer Fahrer liefern die Kisten aus. Im Nachhinein war der Personalwechsel enorm, aber für die Kunden kaum zu spüren. Dieses Jahr war unser Laden im Sommer erstmals durchgehend geöffnet, was sich bewährt hat, aber personell eine neue Heraus-forderung in der Urlaubsplanung war.

Nochmals ein großes Danke ans ganze Team für die gute, engagierte und sachkundige Arbeit, die ihr mit einer freundlichen Ausstrahlung leistet.

Vor kurzem ging die Meldung durch die Medien „Bioland und Lidl beschließen Partnerschaft“. Das hat auch uns sehr verwundert, jedoch gibt es teilweise schon so große Übermengen am Bio-Markt (Milch und Milchprodukte, diese Saison Äpfel, Möhren, Kartoffeln), dass der Bioland-Bundesverband neue Wege geht, die Ware unter Bioland-Logo  zu vermarkten. Für uns ist das auch spannend, was das in Zukunft bedeutet. Aber die Zahl der Betriebsumstellungen steigt, was ja erfreulich ist und die Ware muss auch den Weg zum Kunden finden.

Im nächsten Jahr sind wir der einzig verbleibende Landwirtschafts-betrieb in Maxdorf. Unser letzter Berufskollege musste dieses Jahr die Tore schließen. Wir wollen Sie auch künftig mit guten, regionalen Produkten versorgen, nehmen Sie unser Angebot an, dann bleiben wir Ihnen auch noch lange erhalten!!

Wir danken allen Kunden und Freunden, die uns auch in diesem für uns so schwierigen Jahr die Treue gehalten haben und unsere Arbeit wertschätzen.

 

Für unsere Tochter Sarah beginnt im nächsten Jahr ein neuer Lebensabschnitt. Sie wird ihr Studium der sozialen Arbeit beenden und den Einstieg ins Arbeitsleben vollziehen. Wir sind gewiss, dass sie eine sehr empathische, engagierte Sozialarbeiterin wird und glauben, dass ihre innere Stärke immer groß genug sein wird, um die Belastungen zu verarbeiten.

Meine Mutter geht langsam auf die 90 zu, fährt Fahrrad, macht ihren Haushalt und Garten alleine, pflegt mehrere Gräber (bei dem Sommer), bäckt Kuchen und Dampfnudeln für alle.“ Aber es geht halt alles so langsam.“ Wir hoffen, dass das die einzige Einschränkung bleibt J

 

Wir wünschen Euch allen ein friedliches Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr

Kalle Wingerter & Christine Herold

 



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